JETZ GEHTS LOOOOS!

Das Warten hat eine Ende: Wenn Ihr Nachwuchs an der Schwelle von Kindergarten zur Schule steht, ist es Zeit für das erste echte Gelendrad.

Tipp 1

Die richtige Grösse wählen 

Da wächst du rein“ wer hat diesen Satz als Kind nicht gehört, wenn Mama die Schuhe wieder zig Nummern zu groß gekauft hat? Auch beim Radkauf denken Eltern oft so, weil sie mehrfache Investitionen scheuen. Verständlich, aber „Gift“ für den MTB-Nachwuchs. Nur auf einem passenden Bike können die Kids lernen,
haben Spaß. Oder fahren Sie freiwillig ein XXL- statt L-Bike? Halten Sie sich unbedingt an die Größenempfehlungen der Hersteller!

Tipp 2

Nicht auf die Strasse 

Die von uns vorgestellten Bikes sind allesamt Sportgeräte für den Einsatz auf Trails, auf dem Pumptrack oder auch im Bikepark. Eine Straßenzulassung besitzen sie nicht! Natürlich können Sie die Räder mit Lichtanlage, Reflektoren usw. straßentauglich machen. Aber sind es dann noch echte MTB? Und macht es Sinn, dass Ihr Kind mit einem 2000-Franken Fully zur Schule radelt? Wieder gilt dasselbe wie für uns Große: Der Trend geht zum Zweitrad …

Tipp 3

Wiederverkaufswert beachten

Über 1000 Franken für ein Kinderrad? Absurd? Nein! Es ist natürlich ein Batzen Geld, aber es lohnt sich. Alleine schon, weil Kids mit hochwertigen MTB garantiert mehr Spaß haben als mit Baumarkt-Böcken. Zum Beispiel, wei! das Gewicht bei teuren MTB viel niedriger ausfällt. Und: Ein Kinderrad einer angesagten Marke lässt sich exzellent bei eBay Kleinanzeigen & Co. weiterverkaufen – auch wenn ein paar Schrammen dran sind, die nicht ausbleiben (dürfen). 

Tipp 4

Hardtail oder Fully?  

 

 
Ist Ihr Sprössling überwiegend auf leichten Trails unterwegs oder noch am Anfang seiner Bike-Karriere, schult ein Hardtail Fahrtechnik und Linienwahl. Eine Starrgabel kann hier sogar zusätzlich Gewicht sparen, breite Reifen mit wenig  Druck erhöhen stattdessen den Komfort. Mit steigendem Können, auf technischen Trails mit Sprüngenoder Drops, führt aber kein Weg an einem Fully vorbei. Wichtig: Die Federelemente müssen auf das geringe Gewicht der Kids ausgelegt sein und sich individuell abstimmen lassen. Auf der Hausrunde mit den Kumpels oder für Trail-Touren im Gebirge reichen in der Regel maximal 130 Millimeter Federweg. Wer mit seinem Sprössling auch mal in den Bikepark möchte, kann vor Ort ein Bike mit entsprechend mehr Federweg ausleihen.

 

Tipp 5

Grösse und Geometrie 

Weil das Verhältnis der Schrittlänge zum Oberkörper bei Kindern kaum variiert, ist die Körpergröße der wichtigste Faktor bei der Größenwahl. Allerdings muss die Überstandshöhe passen. Ihr Kind sollte
mit beiden Beinen auf den Boden kommen, ohne dabei das Oberroh zu berühren, sonst gibt es schmerhafte Aufsetzer. Ein langer Reach und flacher Lenkwinkel sorgen für Sicherheit im Gelände. Doch bei zu
gestreckter Haltung werden Rückund Handgelenke zu stark belaste Über Sattelstütze und Vorbau soll sich das Bike daher an die Größe des Kindes anpassen lassen. Zu
Beginn sind kleinere Laufräder sicher noch eine gute Wahl, doch mit wachsendem Fahrkönnen vermitteln große Laufräder auch mel Sicherheit. Beim „29er-Prinzip“
passen Kids ab ein Größe von etwa 130 Zentimetern schon auf ein 26-Zoll-Bike und profitieren vom besseren Überrol verhalten der großen Räder.

Tipp 6

Gewicht 

Hier gilt: so leicht wie möglich. Selbst ein leichtes Kinder-Bike macht schnell mal über 30 Prozent des Fahrergewichts aus, während ein leichtes Fully bei einem 80-Kilo- Erwachsenen gerade mal auf etwa 13 Prozent des Körpergewichts kommt. Würden Sie ein 30 Kilo schweres Bike berghochstrampeln wollen? Sicher nicht. Der Spaßfaktor korreliert also direkt mit dem
Gewicht des Bikes. Besonders wichtig: leichte Laufräder, Stichwort rotierende Masse.

Tipp 7

Die Ausstattung  

Ja, V-Brakes sind leicht und einfach zu warten. In anspruchsvollem Gelände sind hydraulische Scheibenbremsen aber klar im Vorteil weil bissiger und mit weniger andkraft dosierbar. Die Hebel müssen sich aber unbedingt auf die kleinen Kinderhände einstellen lassen. Eine Teleskopstütze am Kinder-Bike? Na klar. Abgesehenvom höheren Gewicht bringt sie für den Nachwuchs nur Vorteile. So schießen die Kids sicherer und kontrollierter durchs technische Gelände und können zudem auch noch bequemer und leichter auf und absteigen.

Tipp 8

Kurbellänge und Q-Faktor 

Noch immer wird die Kurbellänge oft vernachlässigt. Dabei ist sie ein entscheidender Faktor für einen ergonomischen Bewegungsablauf.
Als Faustregel gilt: Die Kurbellänge sollte etwa zehn Prozent der Körpergröße betragen. Stehen die Kurbeln zu weit auseinander (Q-Faktor),
werden die Beine beim Treten in eine X-Stellung gezwungen, was Knieschmerzen provozieren kann. Ein Q-Faktor von 150 Millimetern ist für Kinder-Bikes ein gutes Maß. Hier
kommt auch die Tretlagerabsenkung ins Spiel. Sie beeinflusst den Schwerpunkt und das Fahrverhalten des Bikes. Ein tiefes Tretlager sorgt
für ein besseres Kurven-Handling. Eine zu große Absenkung führt jedoch dazu, dass die Pedale schon früh am Boden aufsetzen.

Tipp 9

Der Antrieb  

Beim Antrieb gilt: möglichst einfach. Einfach-Antriebe sind intuitiv zu bedienen und leicht. Eine Bandbreite von etwa 420 Prozent reicht hier oft schon aus. Noch besser sind natürlich die bis zu 520 Prozent der aktuellen Zwölffach-Antriebe. Doch die treiben auch den Preis in die Höhe. Um die Trittfrequenz bei den Kids hoch zu halten und somit Kraft zu sparen, sollte man auf ein kleines Kettenblatt mit 28 oder 26 Zähnen zurückgreifen.